Nationalsozialismus
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Der NationalsozialismusDer Nationalsozialismus ist eine radikal antisemitische, rassistische, antikommunistische und antidemokratische Weltanschauung. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er ab 1919/20 zu einer eigenständigen politischen Bewegung im deutschsprachigen Raum, die sich neben marginalen Details von ideologisch ähnlichen Bewegungen wie dem in Italien 1922 zur Macht gelangten Faschismus vor allem durch eine extreme Judenfeindlichkeit unterscheidet. Seine in der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) organisierten Anhänger gelangten unter Adolf Hitler am 30. Januar 1933 in Deutschland zur Herrschaft und wandelten das Deutsche Reich von der pluralistischen Demokratie der Weimarer Republik in den darauf folgenden 1½ Jahren durch die sogenannte Gleichschaltung in einen diktatorisch regierten „Führerstaat“ um, der bis 1945 zunächst für die Geschichte Deutschlands, schließlich für die historische Entwicklung Europas prägend war und beispielsweise mit der Aufarbeitung seiner Verbrechen bis in die Gegenwart im politischen Diskurs präsent ist. Mit dem militärischen Angriff auf Polen begann im September 1939 der Zweite Weltkrieg, in dessen Verlauf zahlreiche Kriegsverbrechen und Massenmorde stattfanden, darunter als schwerwiegendsten den heute als Holocaust bezeichneten Völkermord an etwa sechs Millionen europäischen Juden (1941–1945). Die politische Herrschaft des Nationalsozialismus endete mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945. NS-Propaganda, die Verwendung der damaligen Symbole und politische Betätigung im nationalsozialistischen Sinn sind seit 1945 in Deutschland und Österreich verboten. In weiteren Staaten bestehen ähnliche Verbote.
Situation der Juden in Unterfranken nach dem ersten WeltkriegDas Leben der JudenIn der Nachkriegszeit des ersten Weltkrieges herrschte in Deutschland eine wirtschaftliche, als auch soziale Destabilisierung, welche das Handeln der Menschen sehr deutlich prägte. Zu dieser Zeit, war circa 1% der Bevölkerung in Unterfranken jüdischer Herkunft. Diese waren meist im Bereich der Landwirtschaft, zum Beispiel Vieh-, oder Kleinhandel und bei Kreditinstituten beschäftigt [1]. Als Folge der Finanzkrise in den Jahren 1923-1930 nahm der Bevölkerungsanteil der Juden allerdings ab, da diese überproportional im Bereich des Handels und im Gewerbe tätig waren und dieser sehr stark von der Hyperinflation getroffen wurde[2].
Antisemitismus in UnterfrankenIn Hofheim wurde im Jahre 1929 ein kleiner Junge ermordet, die Polizei konnte keinen Täter ermitteln und die Nationalsozialisten begannen in der Presse von einem „jüdischen Ritualmord“ zu reden, sie beschuldigten die Juden für diese Tat. Sowohl die katholische Presse und das Staatsministerium ergriffen Maßnahmen, um diese Hetzkampagnen einzudämmen, diese blieben allerdings ohne Erfolg[4].
Ausgrenzung der JudenIm März im Jahre 1933 fingen schon die ersten Boykotte jüdischer Geschäfte an, sie wurden Überfallen und Juden durften ihre Arbeit nicht mehr ausführen. Da dieser Boykott allerdings nicht Einheitlich stattfand, beschloss die Regierung am 7. April 1933 das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“. Ab sofort war es auf legalem Wege möglich, Juden an ihrer Arbeit zu hindern und sie zu entlassen, ihnen Arbeitsverbote zu erteilen und auch den Hochschulbesuch zu Untersagen. Auch die deutsche Staatsangehörigkeit wurde einigen Juden entzogen, dies sollte ihre Auswanderung vorantreiben. Verbleibenden Juden wurde oft der Zutritt in Gemeinden versagt. Der Slogan „Juden sind an diesem Ort nicht erwünscht“ war allzu bekannt[6]. Die Zerstörung Jüdischer Einrichtungen nahm ihren vollen Lauf, Synagogen wurden aufgebrochen und Ritualien zerstört, Friedhöfe wurden geschändet und Häuser verbrannt. Eine Strafverfolgung gegen die Täter gab es allerdings nicht[7].
Verfolgung der JudenDie Verfolgung der Juden begann direkt mit der Machtübernahme Hitlers. Ab März 1933 wurden die Juden zunehmend ausgegrenzt. Zunächst durch Berufsverbote, später durch weitere Einschränkungen im Alltag.
Im September 1935 wurde das so genannte „Reichsbürgergesetz“ erlassen, welches schlimme Konsequenzen für die Juden zur Folge hatte. Grundrechte wurden ihnen legal entzogen, sie wurden aus staatlichen Ämtern entlassen, weitere Berufsverbote wurden ausgesprochen. Obwohl zu dieser Zeit dringend Arbeitskräfte gebraucht wurden, durften Juden diese nicht ausführen. Die meisten Juden waren noch im Bereich des Viehhandels tätig, da sie schon über lange Zeiträume mit den Landwirten der Region zusammengearbeitet haben. Die Regierung konnte dies erst zu einem späteren Zeitpunkt und durch einen hohen Aufwand unterbinden[8]. Autor: Christian Rites
Seitennotizen
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