Exkursion zum Reichsparteitagsgelände nach Nürnberg (10.12.2014)

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Exkursion zum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg


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Am Mittwoch, den 10.Dezember 2014, haben wir zusammen mit Frau Hölzner und Herrn Korb das Dokumentationszentrum und Reichsparteitagsgelände in Nürnberg besucht. Es war eine schöne und interessante Exkursion, die uns die Geschichte der Reichsparteitage und des Nationalsozialismus entscheidend näher gebracht hat.

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Wir finden es sehr wichtig, dass es solche Ausstellungen und Dokumentationszentren gibt, damit wir uns heute noch aufklären und informieren lassen können, und nie mehr eine solche Diktatur an die Macht kommen kann. Leider werden diese Angebote viel zu spärlich von der Allgemeinheit angenommen, aber es waren doch vor allem Schulklassen und sehr, sehr viele ausländische Besucher anzutreffen, die versuchen, unsere deutsche Geschichte besser zu verstehen. So traf man im Dokumentationszentrum auf Amerikaner, Russen und Asiaten, aber insgesamt doch auf mehrheitlich europäische Besucher. Das lässt sich wahrscheinlich dadurch begründen, dass Deutschland sehr oft mit dem 2.Weltkrieg und dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht wird und man in Deutschland die Geschichte vermutlich selbst am Besten aufarbeiten kann, indem man z. B. wie wir die original erhaltenen Bauten der Nationalsozialisten anschaut.

Besuch der 10. Klassen auf dem Reichsparteitagsgelände
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Das Dokumentationszentrum verfügt zudem über Audio-Guides in sieben verschiedenen Sprachen, die auch ausländischen Besuchern das Verstehen der Informationstafeln und der Filme ermöglichen. Erstaunt waren wir auch während unseres Besuches im Dokumentationszentrum Bundeswehrsoldaten anzutreffen. Was machen die denn hier, fragten wir uns, doch es muss sich ja auch die Bundeswehr mit unserer Geschichte befassen und sich gut auskennen. Sie soll schließlich unser Land repräsentieren, verteidigen und vor einer möglichen Diktatur schützen. Allerdings ist es schon ein merkwürdiges Gefühl, beim Rundgang zum Beispiel auf das Zeppelinfeld hinabzuschauen und zu wissen, dass für die Steine auf denen man steht, vor weniger als 80 Jahren in Arbeitslagern Menschen unter schlimmsten Bedingungen gearbeitet haben oder sogar gestorben sind. Trotzdem kann man es sich auf diese Weise letztendlich viel besser vorstellen und selbst wir heute waren überrascht von der gewaltigen Größe und der Architektur der Gebäude und des gesamten Geländes. Traurigerweise scheinen wir manchmal nicht genug aus unserer Geschichte gelernt zu haben, so ergab eine repräsentative Umfrage des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin , bearbeitet vom Institut für Vorurteils- und Konfliktforschung mit rund 2000 Befragten, dass jeder dritte Deutsche Sinti und Roma als Nachbarn ablehnt. Der Grund: mangelndes Wissen und tief sitzende Vorurteile. So gibt es in Deutschland rund 70000 gut integrierte Sinti und Roma, die als solche gar nicht mehr wahrgenommen werden. Deshalb sind wir davon überzeugt, dass man mit guter Aufklärung ganz einfach Abhilfe schaffen könnte, doch leider ist diese von den meisten gar nicht gewünscht, beziehungsweise liegt es oft auch am mangelnden politischen Hintergrundwissen. So können sich dann doch immer wieder ausländerfeindliche Gruppen über reichlich Zulauf freuen, in einem Land, das an der Machtergreifung solcher Gruppen fast schon einmal zu Grunde gegangen wäre und ausnseinen Fehlern gelernt haben sollte.

Luisa Dotzel, Amelie Lang



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Das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg


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