11b Deutsch/Übungsaufsatz

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Inhaltsverzeichnis

Guter Gliederungsvorschlag zum 1. Übungsaufsatz von Christian

I. Einleitung
1. Kurze Situationsbeschreibung
2. Themafrage (Thema 1)


II. Hauptteil
1. Groll auf Albertine nach deren Geständnis (Kap.1, Kap.2, S.24, Z.3 – 10)
2. Fridolins Rachsucht unter Bestärkung durch Mariannes Liebesgeständnisses (S.19, Z. 8-23; S.20, Z.11)
3. Die schleierhafte, gespenstische Wahrnehmung Fridolins, die ihm dessen Verantwortungsgefühl gegenüber Frau und Kind nimmt (S.24, Z.13-27)
4. Die Geschehnisse auf Fridolins Heimweg,die seine Abenteuerlust steigern (Kap.3+4)
a. Seine „Feigheit“ gegenüber den Couleurstudenten (S.22,Z.15 – S.23, Z.25)
b. Die Begegnung mit der jungen Dirne Mizzi (S.24,Z.28 – S.27, Z.21)
c. Fridolins Begegnung mit Nachtigall im Kaffeehaus und dessen Geheimnis (S.34 – S.35, Z.4)
d. Die Begegnung mit Pierrette (S.38, Z.8 – 27)
e. Der geheime Maskenball und die Unbekannte (S.43, Z.13 ff.)
5. Das Sehnen nach den Lustabenteuern früherer Zeiten / Fridolins leidenschaftliche, leicht treulose Art (S.16, Z.6-7, etc.)


III. Schluss
1. Zu Anfang: Groll und innere Unruhe mit Ziel in einem Kaffeehaus
2. Schließlich: Steigen von Fridolins Abenteuerlust im Verlauf der Vorkommnisse auf dessen Heimweg, sowie Wachsen leidenschaftlicher unerfüllter Begierde





FAQ zur literarischen Erörterung

Brauche ich ein Fazit? Was muss in den Schluss?

Aufgrund des Formats, das Ihnen der Redakteur vorgibt, ist es sicher sinnvoll, das Fazit des Hauptteils und den Schluss zu kombinieren. Somit könnte der Schluss das Ergebnis ihres Hauptteils (ihrer Erörterung feststellen) und gleichzeitig den Kreis zur Einleitung schließen (Abrundung des Textes).


Muss ich auf Textstellen verweisen?

Die Belege in Argumenten Ihres Hauptteils sollten mit Verweisen (auf Kapitel, Seite oder gar Zeile) angegeben werden. Wenn Sie zitieren, achten Sie darauf, keine zu langen Zitate zu verwenden und richtig zu zitieren, wie bereits mehrmals geübt.


Soll der Hauptteil mehr Inhaltszusammenfassung oder Argumentation sein?

Ganz deutlich soll die Argumentation überwiegen. Der Inhalt sollte - nach einer kurzen Zusammenfassung des Themas in der Einleitung - nur so weit wiedergegeben, wie er für die Argumentation vonnöten ist und sie beeinflusst.


Muss ich eine vollständige Gliederung abgeben?

Ja, die Gliederung soll vollständig sein und fünf Argumente in gut formulierten Gliederungspunkten beinhalten. Eine Untergliederung ist nicht notwendig. Sie wählen dann zwei Argumente aus, die Sie in Ihrem Zeitungsartikel verwenden - die Argumente, die für einen Zeitungsleser die mutmaßlich interessantesten und überzeugendsten sind. Wenn Sie in der Gliederung für diese beiden Argumente noch eine Untergliederung vornehmen, so ist das für die Strukturierung Ihres Textes sicherlich sinnvoll (aber nicht gefordert).


Was ist eine Begründung, was ein Beispiel?

Häufig gehen Begründung und Beispiel ineinander über - gerade bei der literarischen Erörterung, wo anhand eines Buch begründet wird und auch das Beispiel aus diesem Buch stammt. Für die Struktur Ihres Textes ist es aber sicher vorteilhaft,wenn Sie - zumindest bei der gedanklichen Planung - eine Trennung versuchen. Dass Fridolin gegenüber Albertine Abneigung in der Nacht nach ihrem Geständnis empfindet, ist eine Begründung dafür, dass Friedrich aus Rachelust angetrieben zu amourösen Abenteuern angetrieben wird. Nun kann man Beispielszenen aus der "Traumnovelle" anführen, die dieses Argument illustrieren können.


Der Grund für die Verstrickung Fridolins in die nächtlichen Abenteuer ist aber auch in seiner Rachelust gegenüber seiner Frau Albertine zu suchen, die ihm ihre Gefühle und Gedanken beim Anblick eines jungen Mannes beim vergangenen Urlaub in Dänemark gestanden hatte. Fridolins Reaktionen zeigen, dass sich seine Miene im Anschluss daran verfinstert (S. 12/13). Im Haus des verstorbenen Hofrats wird er danach mit der Liebe von dessen Tochter Marianne konfroniert. Dabei konstatiert der Erzähler, dass in Fridolin "Bitterkeit" (S. 19, Z. 17) gegenüber seiner Gattin aufsteigt. Diese "Bitterkeit" wird ihm zu einem entscheidenden Antrieb.






Verbesserung des Übungsaufsatzes und Vorbereitung auf die Schulaufgabe

Die Verbesserung des Übungsaufsatzes dient der zielgerichteten Vorbereitung auf die Schulaufgabe. Die Vorbereitung stützt sich auf zwei Pfeiler: Einerseits haben Sie mit der Korrektur Ihres Übungsaufsatzes konkrete Verbesserungsvorschläge erhalten, auf der anderen Seite informiert Sie diese Zusammenstellung über häufig auftretende Probleme und gibt konkrete Hinweise zur Arbeit in der Schulaufgabe. Ich empfehle Ihnen, diese Zusammenstellung konzentriert durchzuarbeiten – denn Sie wissen besser als ich, welche Problemebereiche auch für Sie relevant sein könnten. Zudem werden Sie merken, dass Ihr Lerneffekt höher ist, wenn Sie nicht nur die konkreten Tipps berücksichtigen, die ich Ihnen mit der Korrektur gegeben habe, sondern wenn Sie sich darüber hinaus nochmals mit der Materie beschäftigen und Ihre eigene Arbeitsweise selbst kritisch reflektieren.


Sinnvolle Gliederung vornehmen

Nehmen Sie eine sinnvolle Gliederung vor. Passen Sie dabei die Gliederung den Gegebenheiten des Textes und der Aufgabenstellung an. Zwei verschiedene Möglichkeiten der Gliederung haben wir kennengelernt – trauen Sie sich ruhig zu, auch noch andere zu entwerfen. Nutzen Sie den Freiraum, den Ihnen die 11. Klasse bietet: Experimentieren Sie ruhig einmal, solange es nur um eine Note geht, die noch nicht für das Abitur zählt.


Nicht zu knapp einleiten

Gestalten Sie Ihre Einleitung nicht zu knapp. Ein recht gutes Beispiel: „Ende Februar 2009 erschien in der Süddeutschen Zeitung der Kommentar ‚Fräulein Fies’ von Christina Wächter. Der Text setzt sich mit dem altbekannten Klischee auseinander, dass Frauen immer lästern. Als Beispiel dafür führt Wächter das respektlose Verhalten von Frauen in Internetblogs an. Für viele ist dieses Thema sehr aktuell, da heute fast jeder Zugang zum Internet hat und viele auch selbst Mitglieder in sozialen Netzwerken sind.“ – Hier wird nicht nur das Thema des Textes erläutert, sondern auch seine Relevanz (Bedeutung) aufgezeigt.


Seien Sie kreativ im Formulieren

Beweisen Sie, dass Sie kreativ formulieren können. Schreiben Sie nicht immer nur „Im Text geht es …“ – „geht es“ klingt schon recht umgangssprachlich. Variieren Sie den Satzbau in den einleitenden Sätzen der einzelnen Gliederungspunkten stärker. Und schreiben Sie nicht einfach von verschiedenen Vorlagen ab (ich habe den Eindruck, das Adverb „zweifelsohne“ hat den meisten von Ihnen sehr gut gefallen – gleichzeitig sollte man es aber nur verwenden, wenn man sich wirklich ganz sicher, also ohne Zweifel, ist).


Zitate grammatikalisch richtig in den Satz einfügen

Zitate müssen so in den Satz eingepasst werden, dass die Grammatik stimmig ist. Reihen Sie nicht nur Zitate aneinander, ohne diese in einen eigenen Text einzubinden. Einen Link zu einer hervorragenden Zusammenstellung über Zitate finden Sie im RMGWiki. Insgesamt muss ich Ihnen aber das Lob aussprechen, dass das Eingliedern von Zitaten meist bestens klappt. Notieren Sie den Nachweis des Zitats immer vor den Satzzeichen (S. 76).


Anmerkungen zur Sprachanalyse

Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Beobachtungen bezüglich der sprachlichen Gestaltung des Textes auch belegen. Es reicht nicht aus, wenn Sie Ironie als Stilmittel anführen, Sie müssen das auch beispielhaft nachweisen. Rhetorische Mittel und Beobachtungen zur Wortwahl sollten auf alle Fälle thematisiert werden, auch wenn Sie unglücklicherweise nicht viel zu ihrer Funktion schreiben können (die Faustregel lautet: das Stilmittel konkret benennen, dann die Wirkung bzw. Funktion erläutern). Achten Sie auch darauf, ob z.B. durch Abwechslung im Satzbau (Parataxen und Hypotaxen) rhythmische Variabilität evoziert (hervorgerufen) wird. Notieren Sie solche Beobachtungen aber nur, wenn Sie sich sicher sind.


Vorsicht bei verallgemeinernden Aussagen

Aussagen wie „damit überzeugt sie ihre Leser“, „die Leser sind ihrer Meinung“, „der Leser wird dadurch zum Weiterlesen animiert“ sind problematisch – denn: Sie kennen eigentlich nur einen Leser, auf den das so zutrifft. Versuchen Sie deswegen, die Wirkung stilistischer Auffälligkeiten konkreter zu beschreiben (durch Ironie kann z.B. eine Aussage gestützt werden, eine Metapher ruft bei Ihnen als Leser ein bestimmtes Bild auf, das eine Funktion erfüllt).


Probleme bei der Textsortenzuordnung

Bei einer aufmerksamen Lektüre der großen Tageszeitungen und vieler Zeitschriften wird Ihnen auffallen, dass die wenigsten Texte zweifelsfrei einer Textsorte zuzuordnen sind. Einfacher ist eine Kategorisierung nach den Kriterien „informativ“, „unterhaltend“, „argumentativ / meinungsäußernd / kommentieren“. Doch auch das funktioniert nicht immer: Glossen informieren oft erst über das Thema, bevor sie es meinungsäußernd pointieren. Der Text von Christina Wächter hatte informierende Passagen, doch in vielen Teilen eben auch ganz deutlich eine argumentative Struktur.


Absätze machen die Arbeit übersichtlich

Der äußere Eindruck Ihrer Arbeit profitiert enorm davon, wenn Sie zwischen jedem Gliederungspunkt (auch – unterpunkt) im Text zumindest eine Zeile frei lassen.


Komplizierte Sätze überarbeiten

Überarbeiten Sie am Ende der Arbeitszeit Ihre Formulierungen. Sie können unpassende Begriffe durch präzisere ersetzen, vor allem sollten Sie aber komplizierte Sätze vereinfachen. Häufig neigt man dazu, zwei verschiedene Gedanken in einen Schachtelsatz zu zwängen. Hier ist dann das „Entschachteln“ sinnvoll – nämlich zwei oder sogar drei aufeinanderfolgende Sätze zu formulieren. Sie können aber auch Umstellungen im Satzbau (durch die sogenannte „Umstellprobe“) vornehmen.


Eine Bemerkung zum Schluss

Gegenüber den ersten Übungen im Schuljahr habe ich bei vielen von Ihnen eine erfreuliche Steigerung bezüglich präziser Formulierungen bemerkt. Dazu gratuliere ich Ihnen! Vielen Dank für die durchweg interessanten Übungsaufsätze.